Maliu Takai und Thomas Loster

Pressemitteilung: Frühwarnung hat ihren Preis

Münchener Rück Stiftung verleiht Preis für Frühwarnung – 50 000 € für optimiertes Sturmwarnsystem im Königreich Tonga

Rund 1 000 Experten aus mehr als 140 Ländern trafen sich vom 27. bis 29. März 2006 auf der „Early Warning Conference III“ in Bonn. Ziel der von der UN-ISDR (International Strategy for Disaster Reduction, Genf) und dem DKKV (Deutsches Komitee für Katastrophenvorsorge, Bonn) veranstalteten Konferenz war es, funktionierende Frühwarnung zu fördern und Praktikern sowie Entscheidungsträgern nützliche Instrumente an die Hand zu geben. Ex-US-Präsident Bill Clinton, UN-Sonderbotschafter für den Wiederaufbau in den Tsunami-Regionen, unterstrich in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung dieses Expertentreffens in einer Phase zunehmender Extremkatastrophen. Es bleiben Tragödien im Gedächtnis wie der Hurrikan Katrina, bei dem im August 2005 mehr als 1 300 Menschen ums Leben kamen und New Orleans verwüstetet wurde, oder das Erdbeben in Pakistan, das im Oktober vergangenen Jahres fast 90 000 Menschenleben forderte.

Am Abend des ersten Konferenztages vergab die Münchener Rück Stiftung ihren mit 50 000 € dotierten Preis für ein Frühwarnsystem in Tonga. Im Rahmen des „Frühwarnkommunikationssystems für das Königreich Tonga“ soll das Preisgeld verwendet werden, um den Inselstaat an das im Pazifik bestehende Warnsystem RANET anzubinden. Hochfrequente Funkverbindungen erlauben auch bei schweren Stürmen bessere Vorhersagen und Warnungen, die im bisherigen satellitengestützten System nicht möglich waren.

Bei einem Empfang des Auswärtigen Amts für die Konferenzteilnehmer wurde das Frühwarnsystem honoriert, das aus Sicht der Stiftung am besten auf die Bedürfnisse der Menschen im Risiko zugeschnitten ist. Staatsminister Gernot Erler betonte, dass fast alle Projektvorschläge stellvertretend für das Motto der Konferenz „Vom Konzept zum Handeln“ stünden.

Die Münchener Rück Stiftung wählte aus rund 130 Projektvorschlägen, die bei den Veranstaltern eingegangen waren, das Siegerprojekt. „Für uns war es wichtig, eine Warnlücke zu schließen“, sagte Thomas Loster, Geschäftsführer der Stiftung. „Obwohl die internationalen Anstrengungen für Frühwarnung deutlich zugenommen haben, gibt es noch weiße Flecken, insbesondere in abgelegenen Gebieten.“

Das Königreich Tonga im Südpazifik besteht aus mehr als 150 Inseln, rund 35 sind bewohnt. Der Inselstaat wird regelmäßig von tropischen Wirbelstürmen und Überschwemmungen heimgesucht. Das ausgewählte Projekt, vorgeschlagen von den Nationalen Katastrophenschutzbehörden Tongas und dem lokalen Wetterdienst, ermöglicht es, bessere Vorhersagen zu treffen und künftig alle Menschen in Tonga zu erreichen. Die Stiftung des global tätigen Rückversicherers hat sich für das System entschieden, weil es klar umrissen, effektiv und multiplizierbar ist. Takai Maliu vom National Disaster Management Office in Tonga: „Mithilfe des Stiftungspreises können wir sofort anpacken. Jetzt können wir bereits in gut einem Jahr die Frühwarnung auch für entlegene Inseln sichern.“