Erfolgreicher Aufbau des Tonga Early Warning System

Im August 2008 wurde die vorerst letzte Station des neuen Warnsystems aufgebaut und getestet. Das System eignet sich für Warnungen vor Naturgefahren wie Unwettern, tropischen Wirbelstürmen, Tsunamis oder Erdbeben. Zudem wird es für den allgemeinen Datentransfer und optimierte Krisenkommunikation genutzt.

Nach monatelanger Arbeit ist es gelungen, auf drei Inseln des Königreichs Tonga (Nuku’alofa, Vava’u und Ha’apai) im Pazifik ein durch die Münchener Rück Stiftung finanziertes Funknetz aufzubauen, das den Transfer umfassender Messdaten ermöglicht. Von nun an können wichtige Umweltdaten wie Luftverschmutzung und Meerestemperaturen, Luftfahrtdaten, Wetterwerte und -vorhersagen leicht übermittelt werden.

Im Ernstfall wird das System für die Katastrophenfrühwarnung eingesetzt. Tonga ist einer Vielzahl von Naturgefahren ausgesetzt: von Unwettern über tropischeWirbelstürme und Überschwemmungen bis hin zu Erdbeben und Tsunamis. Bisher war es den entfernter liegenden Inseln in Krisenzeiten nicht möglich, zuverlässig zu kommunizieren. Denn das bisherige, satellitengestützte System musste beispielsweise bei Windstärken ab 120 km/h aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Durch die nun neu eingerichteten Funkfrequenzen  ist ein durchgehender Informationsaustausch sichergestellt. Mehr noch: Tonga ist nun an RANET, ein Datenmessnetz im Pazifik sowie den Katastrophenwarndienst EMWIN (Emergency Managers Weather Information Network) angeschlossen.

Ansporn für weiteren Ausbau

In speziellen Kursen, die in Zusammenarbeit mit dem australischen Wetterdienst und der NOAA (US Oceanographic Atmospheric Administration) organisiert wurden, studierten die Wissenschaftler und Fachleute vor Ort, wie Technik- und Datenübermittlung funktionieren. Die fortwährende Wartung und gegebenenfalls Reparaturen sind äußerst wichtig, wenn die Anlagen im wechselhaften, tropischen Klima lange funktionieren sollen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Aufbauarbeiten haben die Verantwortlichen des Wetterdienstes und des National Disaster Management Office in Tonga den weiteren Ausbau vorangetrieben. Die Regierung von Tonga hat einem weiteren Ausbau in Niuafo’ou, Niuatoputapu and Eua bereits zugestimmt.

23. September 2008