Die Teilnehmer der Resilience Academy 2014.
Diana, Andrea und Beth diskutieren, wie man die Anpassungsfähigkeit von Gemeinden gegen Naturrisiken stärken kann.

Resilience Academy 2014: Lebensgrundlagen im Wandel – Resilienz in Bangladesch stärken

Unser Ansatz, zwei Akademien in Folge mit denselben Teilnehmern zu organisieren, hat sich bewährt. Mit hoher Konzentration und Elan von Beginn an haben die 35 Teilnehmer der Resilience Academy 2014 die Themen aus dem Vorjahr aufgegriffen und wissenschaftliche Konzepte vorangetrieben. Wir erwarten zahlreiche Fachartikel, auch in internationalen Fachmedien.

Die Resilience Academy fand dieses Jahr in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee statt. Fast alle der Teilnehmer, die  2013 in Bangladesch dabei waren,  kamen auch dieses Jahr wieder. Für die Veranstalter ICCCAD, UNU-EHS und Münchener Rück Stiftung ist das ein gutes Signal. Ein Ziel der Doppelakademien ist es, wissenschaftliche Fachbeiträge zu verfassen und in anerkannten Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Diesem Ziel sind wir auf der Fraueninsel einen großen Schritt näher gekommen.

Die zentrale Frage war weiterhin, wie man mithilfe von richtig gesetzten politischen Rahmenbedingungen, unterstützt durch wissenschaftliche Erkenntnisse, die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit von Menschen gegenüber Schocks stärken kann. Die wissenschaftlichen Grundlagen wollen wir mit den Akademien schaffen. Insbesondere Gemeinden in abgelegenen Gebieten, die einer Vielzahl von Naturgefahren ausgesetzt sind, müssen angesichts von Umweltveränderungen und Klimawandel sowie wachsendem Bevölkerungsdruck nach neuen Lösungen suchen. Traditionelle Handlungsoptionen für die Bestreitung des Lebensunterhalts können mit neuen, dynamischen Entwicklungen oft nicht Schritt halten. Besonders betroffen sind arme Länder wie Bangladesch.

Hier treten seit Jahren neue Phänomene auf: Regenzeiten ändern sich, Dürren treten verstärkt auf, der Meeresspiegel steigt beschleunigt an und drückt Salzwasser in agrarisch genutzte Flächen. Dabei leidet das Land nach wie vor unter starken Zyklonen. Hinzu kommt, dass die Lage vieler Menschen durch soziale Verwerfungen noch komplizierter wird. Das können Unruhen und Streiks sein, aber auch Bevölkerungsdruck oder Armut.

Diese Vielzahl an Risiken zwingt Bewohner, ihren Lebensunterhalt an neue Lebensumstände anzupassen. Traditionelle Anbaumethoden lohnen sich beispielsweise oft nicht mehr. Auch die fortschreitende Flusserosion zwingt Menschen dazu, fortzuziehen. Nur wenn sie die nötige Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit (Resilienz) besitzen, wird ihnen das gelingen. Resilienz hat folglich eine immense Bedeutung für die zukunftsfähige Entwicklung einzelner Menschen, Gemeinden oder sogar einer ganzen Region.

„Nur wenn man Resilienz und Lebensunterhaltsmöglichkeiten gemeinsam betrachtet, wird man erfolgreiche Strategien entwickeln“, zeigte sich David Wrathall, Projektmanager von UNU-EHS und Leiter der Resilience Academy überzeugt. „Viele Prozesse werden heutzutage noch isoliert betrachtet: Armutsbekämpfung, Klimawandel, Katastrophenvorsorge. Das ist nicht gut. Besser ist ein integraler Ansatz, wie ihn die Resilience Academy vorgibt“.

Der Zeitpunkt, dieses Konzept zu fördern, ist günstig. Denn 2015 werden wichtige internationale Prozesse neu verhandelt: das Pariser Klimaabkommen soll Weichen stellen, für nachhaltige Entwicklung werden internationale Ziele in den sogenannten Sustainable Development Goals festgelegt. Und das „Hyogo Framework for Action“, das die internationale Strategie für Katastrophenvorsorge vorgibt, wird im März 2015 neu  verabschiedet.

Robin Bronen, Menschenrechtsanwältin aus Alaska und Teilnehmerin der Akademien, bekräftigt: „Es wird höchste Zeit, neue ganzheitliche Wege zu gehen. Nur so können wir allen Menschen das gewährleisten, was ihnen aufgrund der global anerkannten Menschenrechte  längst zusteht: das Recht auf Gesundheit, einen angemessenen Lebensstandard und das Recht auf Selbstbestimmung.“

Viele der Akademieteilnehmer besetzen Stellen in Instituten, Gremien und Organisationen, von denen aus sie Einfluss nehmen können: sie arbeiten für oder mit dem Weltklimarat IPCC, mit UNEP, Weltbank, Wilson Center in Washington oder die GIZ. Deshalb ist die Forschung, die wir mit den Akademien fördern, politisch relevant.

UNU-EHS, ICCCAD und Münchener Rück Stiftung werden im Herbst 2014 das Thema der Resilience Academy 2015/2016 festlegen. Bis zum Ende des Jahres beginnt der Bewerbungszyklus. Der Kontakt und eine enge Vernetzung mit den Teilnehmern der zwei ersten Akademien bleibt bestehen – auch dass die Teilnehmer aus der Wissenschaft, der Praxis und der Politik kommen. So können wir einen längerfristigen Erfolg der erzielten Ergebnisse garantieren.

CB, JEL, 10. September 2014

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